Autor: Dr. Uwe Beise
Viele Hautärzte bieten keine Maximalversorgung für Psoriasis-Patienten an, und manche haben kaum noch Psoriasis-Patienten in ihrer Praxis, obwohl die Schuppenflechte zu den häufigen dermatologischen Krankheiten gehört. Für den in Selters im Westerwald niedergelassenen Dermatologen Dr. Ralph v. Kiedrowski ist dies Ausdruck einer notwendigen Spezialisierung.
Dr. v. Kiedrowski, dürfen eigentlich alle Hautärzte Systemtherapeutika und Biologika verordnen?
v. Kiedrowski: Im Prinzip ja. Wenn ich meiner Weiterbildungspflicht nachgekommen bin, bin ich dazu ja auch in der Lage. Die Biologika-Therapie unterscheidet sich dann nicht von der anderer Systemtherapeutika.
Trotzdem wenden nur wenige Hautärzte Systemtherapie an.
v. Kiedrowski: Das ist richtig. Natürlich ist es schwieriger für Kollegen, die vielleicht in ihrer Ausbildung kaum mit Systemtherapeutika in Berührung gekommen sind, also nicht über eine umfassende Erfahrung verfügen. Hinzu kommt, dass die Honorierung unangemessen schlecht ist, sodass manche Kollegen sich auf andere Fachbereiche spezialisiert haben und deshalb weniger Psoriasis-Patienten in ihrer Praxis betreuen. Wahrscheinlich ist eine gewisse Spezialisierung unter den Dermatologen tatsächlich unumgänglich. Inzwischen findet eine Selektion schon seitens der Patienten statt. Durch Mundpropaganda oder etwa durch Informationen des Deutschen Psoriasis Bundes wissen die Patienten sehr genau, welche Hautärzte Systemtherapien und Biologika einsetzen und suchen diese dann gezielt auf. Ich habe Patienten, die nehmen einen Anfahrtsweg von einer Stunde und mehr auf sich.
Merksätze:
- Prinzipiell ist jeder Hautarzt berechtigt, Biologika zu verschreiben
- Tatsächlich werden Biologika meist nur von spezialisierten Hautärzten verordnet


